Der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig

 

Es ist erstaunlich.

Erstaunlich wie Pastoren, Prediger oder Gelehrte in manch einfachen Dingen der Bibel daneben liegen.

Das sollte Dir und Mir eines klar machen: Nur weil jemand einen „Titel“ trägt, viele Klicks auf Youtube oder viele Bücher geschrieben hat, bedeutet es nicht, dass dieser Mensch unfehlbar ist.

Heute schauen Wir uns ein Thema an, dass selbst in konservativ reformierten Kreisen falsch verstanden wird.

Es handelt sich hierbei um Folgende Behauptung:

„Der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig.“

 

Diese Aussage steht so im Wort Gottes und zwar im 2. Korinther 3,6.

Das Problem?

Mit dieser Bibelstelle im Rücken behauptet man, dass das Wort Gottes wirkungslos sei (toter Buchstabe) und erst durch den heiligen Geist Kraft hat (manche verwenden es um zu behaupten die Bibel beinhalte Irrtum, doch der Geist leite einen und noch vieles mehr).

Das Wort Gottes muss quasi erst durch den heiligen Geist lebendig gemacht werden.

Bevor wir uns den Zusammenhang ansehen, in dem dieser Vers steht (das allein reicht schon aus um die Behauptung zu widerlegen), möchte ich mit Dir ins Alte Testament gehen.

 

Zur Zeit Abrahams gab es keine heilige Schrift.

Dies wussten auch Paulus und der Schreiber des Hebräerbriefes.

Umso erstaunlicher ist es, was wir im Neuen Testament darüber lesen.

Vergleichen wir mal.

 

Altes Testament: In 1. Mose 12, 3 hatte Gott zu Abraham gesagt: „Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.

Neues Testament: Im Galaterbrief zitiert Paulus die stelle. Er schreibt in Gal. 3,8: Die Schrift aber hat es vorausgesehen, dass Gott die Heiden durch den Glauben gerecht macht. Darum verkündigte sie dem Abraham (1.Mose 12,3): »In dir sollen alle Heiden gesegnet werden.«

 

Altes Testament: Im 2. Mose 9, 16 hatte Gott zu Pharao gesagt: „Ich habe dich erweckt, damit ich meine Macht an dir erzeige.“

Neues Testament: Paulus schreibt jedoch in Rom. 9,17: „Die Schrift sagt zum Pharao …“

 

Altes Testament: David, der Psalmist, hatte in Psalm 95,7 gesagt: „Heute, wenn ihr seine (des Herrn) Stimme höret, so verhärtet eure Herzen nicht

Neues Testament: Der Schreiber des Hebräerbriefes jedoch zitiert jedoch in Hebräer 3,7: „Der Heilige Geist sagt:, Heute … verhärtet eure Herzen nicht!“.

 

Wie kommt es, dass die Schreiber des Neuen Testamentes Aussagen, die Gott im Alten Testament getätigt hat, mit „Der Schrift“ oder dem „Heiligen Geist“ gleichsetzen?

Die Antwort ist denkbar einfach: es ist die tiefe Überzeugung, dass das Wort zugleich Wort „Gottes“ ist.

Mathematisch ausgedrückt sieht das so aus: „Gott = Schrift“, „Schrift = Gott = Heiliger Geist“.

 

Die Behauptung, dass das Wort Gottes toter Buchstabe sei, der durch den Heiligen Geist erst lebendig und wirksam gemacht werden muss, ist – gelinde ausgedrückt – Blödsinn.

Genau genommen ist dies sogar Griechisches Gedankengut.

Aus biblischer Sicht gibt es keinen Unterschied darin, ob Gott die Worte spricht, oder ob seine Worte niedergeschrieben stehen.

Da die Quelle der Worte göttlich ist, sind diese immer wirksam und vollbringen wozu er es gesendet hat.

Der Heilige Geist muss nicht auf einem zweiten Weg kommen und das Wort lebendig, wirksam oder kräftig machen.

Der Heilige Geist wirk im, mit und unter dem Wort: und zwar Immer!

 

Nun schauen wir uns den Vers aus 2. Kor. 3,6 genauer an: „Der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig“.

Lass Uns beginnend von Vers 3 zusammen lesen:

3 Ist doch offenbar geworden, dass ihr ein Brief Christi seid, durch unsern Dienst zubereitet, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln, nämlich eure Herzen.

4 Solches Vertrauen aber haben wir durch Christus zu Gott.

5 Nicht dass wir tüchtig sind von uns selber, uns etwas zuzurechnen als von uns selber; sondern dass wir tüchtig sind, ist von Gott,

6 der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.

7 Wenn aber schon das Amt, das den Tod bringt und das mit Buchstaben in Stein gehauen war, Herrlichkeit hatte, sodass die Israeliten das Angesicht des Mose nicht ansehen konnten wegen der Herrlichkeit auf seinem Angesicht, die doch aufhörte,

8 wie sollte nicht viel mehr das Amt, das den Geist gibt, Herrlichkeit haben?

 

Wenn Wir diese Verse aufmerksam lesen, dann sollte uns auffallen, dass es hier um der Vergleich der zwei Bündnisse geht:

  • dem Alten Bund (Amt des Todes, das mit Buchstaben in Stein gehauen war) und dem
  • Neuen Bund (das Amt, das den Geist gibt).

 

Alte Bund: steinere Tafel

Neue Bund: fleischerne Tafel

 

Alte Bund: Bund des Buchstabens

Neue Bund: Bund des Geistes

 

Es geht hier ganz klar um den Vergleich des mosaischen Gesetzes und dem in Worte gefassten Evangelium, dass die Gnade und das ewige Leben zusagt.

 

Du siehst also: du brauchst nicht den Heiligen Geist bitten das Wort Gottes lebendig zu machen. Das ist es schon und zwar immer. Vertraue darauf!

 

Dein Friedrich

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